Gedenken an die jüdischen Schülerinnen und Schüler der DST

Am 30. September 2026 fand an der Deutschen Schule Thessaloniki eine Gedenkveranstaltung für die jüdischen Schülerinnen und Schüler statt, die im Holocaust deportiert und ermordet wurden. Schulleiter Thomas Reusch und die deutsche Generalkonsulin Monika Frank enthüllten gemeinsam eine Gedenktafel im Bereich der Aula.

In seiner Begrüßung erinnerte Herr Reusch an die ehemaligen Schülerinnen und Schüler, die während der deutschen Besatzung Thessalonikis Opfer von Verfolgung und Gewalt geworden waren. Er betonte, dass ihr Schicksal nicht in Vergessenheit geraten dürfe und die Gedenktafel die Erinnerung und den Respekt der gesamten Schulgemeinschaft zum Ausdruck bringe.

Die deutsche Generalkonsulin Monika Frank eröffnete ihren Beitrag mit der Lebensgeschichte der ehemaligen Schülerin Nelly Benroubi, die 1933 ihren Abschluss an der Schule gemacht hatte und 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurde. Frau Frank erinnerte an die entscheidende Rolle jüdischer Familien bei der Entwicklung, Finanzierung und Gestaltung der Schule und an die Auswirkungen der nationalsozialistischen Politik auf die jüdischen Schülerinnen und Schüler sowie ihre Familien. Frau Frank unterstrich, dass die Gedenktafel ein erster Schritt sei, dem weitere folgen müssten, insbesondere die Erforschung und öffentliche Würdigung der Namen und Lebensgeschichten der jüdischen Schülerinnen und Schüler.

Der Vizepräsident der Jüdischen Gemeinde Thessaloniki, Herr Lazaros Seficha, sprach über die jüdischen Schülerinnen und Schüler als Teil der schulischen und gesellschaftlichen Geschichte der Stadt. Ihre Erinnerung betreffe nicht nur ihre Familien und die jüdische Gemeinde, sondern die gesamte Stadt. Er betonte, wie wichtig es sei, ihre persönlichen Geschichten im kollektiven Gedächtnis zu bewahren und dieses Wissen an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Frau Maria Anthopoulou, Leiterin des Fachbereichs Geschichte, stellte die Beschäftigung mit dem Holocaust im Unterricht und darüber hinaus vor. Dazu gehören Forschungsprojekte, Museumsbesuche und die Auseinandersetzung mit Orten der Erinnerung. Sie berichtete unter anderem vom Projekt „Die Namen hinter den Nummern“ sowie von einer Arbeitsgruppe, die sich mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde Thessaloniki und dem Schicksal der jüdischen Schülerinnen und Schüler der DST befasste.

Aus dieser Forschungsarbeit entstand der Dokumentarfilm „Μνήμη“ (Erinnerung), der beim Dokumentarfilmfestival Thessaloniki gezeigt wurde. Der Film widmet sich der Geschichte dieser Schülerinnen und Schüler und trägt dazu bei, ihre Lebensgeschichten in der Erinnerung der Schulgemeinschaft zu bewahren. Im Rahmen der Gedenkveranstaltung wurde ein Ausschnitt gezeigt, der die Redebeiträge ergänzte.

Der Historiker und ehemalige Schüler Herr Andreas Assael brachte mit der Geschichte seines Vaters, Herrn Josef Fred Assael, eine persönliche Perspektive ein. Anhand der Geschichte seiner Familie schilderte er, wie sich das Leben jüdischer Familien und ihre Verbindung zur Deutschen Schule durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten veränderte. Seine Schilderungen veranschaulichten die Auswirkungen der politischen Entwicklungen auf einzelne Schülerinnen und Schüler sowie ihre Familien.

Den musikalischen Teil gestalteten die Schülerinnen und Schüler mit „Άσμα Ασμάτων” aus der „Mauthausen-Ballade” von Mikis Theodorakis. Chor und Instrumentalensemble standen unter der Leitung des Musiklehrers Konstantinos Isaakidis.

Zu den Gästen gehörten unter anderem Rina Barzilai-Rewach, Überlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, Cécile Valc, französische Generalkonsulin und Leiterin des Französischen Instituts Thessaloniki, Alain Hardy, Leiter der Französischen Schule, Sam Nahmias, spanischer Honorarkonsul, Spyros Litsas, Prorektor der Universität Makedonien, sowie Alexandros Koptsis, regionaler Bildungsdirektor für Zentralmakedonien. Ebenfalls anwesend waren Herr Viktor Naar, Generaldirektor der Jüdischen Gemeinde, Frau Xenia Eleftheriou, wissenschaftliche Leiterin des Jüdischen Museums Thessaloniki, sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen Gemeinde, der Schule und der deutschen diplomatischen Vertretung.